Dr. Marco Henry Neumueller auf dem Frankfurt Finance and Future Summit 2026

Marco Henry Neumueller beim Frankfurt Finance & Future Summit 2026: „Ohne Nachfolge kein Wachstum“

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Wer führt morgen Deutschlands Familienunternehmen? Mit dieser Frage beschäftigte sich Dr. Marco Henry Neumueller, Partner und Gesellschafter der internationalen Personalberatung Odgers und Gründer von „Familienunternehmen im Fokus“, beim diesjährigen Frankfurt Finance & Future Summit. In seinem Impulsvortrag machte er deutlich, warum die frühzeitige Identifikation und Förderung von Führungspersönlichkeiten zu den zentralen Zukunftsaufgaben des deutschen Mittelstands gehört – und weshalb Künstliche Intelligenz unternehmerische Verantwortung nicht ersetzen kann.

Frankfurt am Main, 23. Oktober 2026 – Unter dem Leitmotiv „Get stronger, Europe“ fand am 21. und 22. Oktober 2026 der Frankfurt Finance & Future Summit im Kap Europa statt. Die von der WEIMER MEDIA GROUP veranstaltete Konferenz widmete sich zentralen Fragen der wirtschaftlichen Zukunft Europas – von Wachstum und Wettbewerbsfähigkeit über Digitalisierung und Künstliche Intelligenz bis hin zu den Anforderungen an Führung und Unternehmertum.

Im Rahmen der Verleihung des Mittelstandspreises der Medien „Top Wachstumsstars 2027“ hielt Dr. Marco Henry Neumueller am 22. Oktober den Impulsvortrag „Wer führt morgen? Nachfolge in Familienunternehmen – und warum die KI den Job nicht übernimmt“. Im Mittelpunkt stand eine Herausforderung, die für die langfristige Wettbewerbsfähigkeit des deutschen Mittelstands von entscheidender Bedeutung ist: die Sicherung der unternehmerischen Führungsnachfolge.

Eine doppelte Nachfolgeherausforderung für Familienunternehmen

Familienunternehmen bilden das Rückgrat der deutschen Wirtschaft. Rund 88 Prozent aller privaten Unternehmen sind familienkontrolliert, etwa 58 Prozent der Beschäftigten in der Privatwirtschaft arbeiten in Familienunternehmen. Gleichzeitig steht ein erheblicher Teil dieser Unternehmen vor einem Generationswechsel.

Neumueller verwies in seinem Vortrag auf aktuelle Zahlen des KfW-Nachfolge-Monitorings: 57 Prozent der mittelständischen Unternehmer sind inzwischen mindestens 55 Jahre alt. Bis 2029 planen rund 545.000 Mittelständler eine Unternehmensnachfolge, während etwa 569.000 eine Stilllegung ihres Betriebs in Betracht ziehen.

Doch die Nachfolgeproblematik beschränkt sich längst nicht mehr auf die Unternehmerfamilien selbst. Auch familienfremde Geschäftsführer und Vorstände werden älter. Mit dem bevorstehenden Ausscheiden der Babyboomer-Generation verschärft sich der Wettbewerb um geeignete Führungspersönlichkeiten zusätzlich.

„Ohne Nachfolge kein Wachstum“, lautete deshalb eine der zentralen Thesen Neumuellers.

Mit einem Vergleich aus dem Staffellauf verdeutlichte er, worauf es ankommt: „Es gewinnt nicht die Staffel mit dem schnellsten Läufer, sondern die mit der besten Übergabe. In der Wirtschaft ist das genauso.“

Warum Künstliche Intelligenz keine Unternehmerpersönlichkeit ersetzt

Einen weiteren Schwerpunkt bildete die Frage, welchen Einfluss Künstliche Intelligenz auf die Führung von Unternehmen haben wird.

Während KI zunehmend operative Aufgaben übernimmt, komplexe Informationen analysiert und Entscheidungsprozesse unterstützt, bleibt die Übernahme unternehmerischer Verantwortung nach Überzeugung Neumuellers eine zutiefst menschliche Aufgabe.

Strategische Weichenstellungen, der Umgang mit Unsicherheit und die Verantwortung gegenüber Mitarbeitern, Gesellschaftern und Unternehmerfamilien lassen sich nicht vollständig an Algorithmen delegieren.

„Die KI kann einen Vorstand simulieren. Aber sie kann einer Unternehmerfamilie nicht in die Augen schauen und sagen: ‚Ich kümmere mich um Ihr Lebenswerk.‘“

Gerade für Familienunternehmen, deren Erfolg häufig auf langfristigem Denken, gewachsenen Werten und persönlichen Beziehungen beruht, bleibt die Auswahl geeigneter Führungspersönlichkeiten damit von herausragender Bedeutung.

Die Führungspersönlichkeiten von morgen sind häufig schon im Unternehmen

Trotz der demografischen Herausforderungen zeichnete Neumueller ein durchaus optimistisches Bild. Viele potenzielle Nachfolger seien längst vorhanden, würden jedoch außerhalb ihrer Unternehmen kaum wahrgenommen.

Sie leiten große Geschäftsbereiche, verantworten internationale Standorte, treiben Innovationen voran und gestalten Transformationsprozesse. Dennoch stehen sie häufig im Schatten der obersten Führungsebene.

Neumueller verwies in diesem Zusammenhang auf den DAX-Vorstandsreport von Odgers. Demnach dauert es im Durchschnitt 10,6 Jahre, bis eine Führungskraft aus dem eigenen Unternehmen in den Vorstand berufen wird.

Die Schlussfolgerung: Ein erheblicher Teil der Führungspersönlichkeiten, die künftig Verantwortung auf oberster Ebene übernehmen werden, ist bereits heute in den Unternehmen tätig.

„Die Vorstände des Jahres 2035 arbeiten heute schon bei Ihnen. Sie sitzen nur eine Etage tiefer.“

Die entscheidende Herausforderung besteht deshalb nicht allein darin, neue Führungskräfte zu gewinnen, sondern auch darin, vorhandenes Potenzial systematisch zu erkennen, zu fördern und langfristig zu binden.

FORUM EMINEO macht die nächste Führungsgeneration sichtbar

Vor diesem Hintergrund stellte Neumueller auch die von ihm gegründete Initiative FORUM EMINEO vor. Sie verfolgt das Ziel, herausragende Führungspersönlichkeiten aus Familienunternehmen sichtbar zu machen, die bereits heute maßgebliche unternehmerische Verantwortung tragen und das Potenzial für künftige Geschäftsführungs- oder Vorstandspositionen besitzen.

Jährlich sollen 15 bis 20 Persönlichkeiten durch ein unabhängiges Auswahlkomitee ausgezeichnet und in einen exklusiven Kreis aufgenommen werden.

Im Mittelpunkt stehen insbesondere Führungskräfte unmittelbar unterhalb der obersten Leitungsebene größerer Familienunternehmen. Entscheidend sind dabei nicht öffentliche Bekanntheit oder Selbstvermarktung, sondern nachweisbare Leistung, unternehmerisches Denken, persönliche Integrität und Führungskompetenz.

Die Auszeichnung der ausgewählten Persönlichkeiten ist für den 22. April 2027 beim Markt und Mittelstand Summit im Rahmen des Ludwig-Erhard-Gipfels am Tegernsee vorgesehen.

Weitere Informationen und Möglichkeiten zur Nominierung finden sich unter www.forum-emineo.de.

Erfolgreiche Nachfolge beginnt mit Sichtbarkeit

Mit seinem Impulsvortrag beim Frankfurt Finance & Future Summit rückte Neumueller eine Frage in den Mittelpunkt, die angesichts des demografischen Wandels und der wachsenden Anforderungen an unternehmerische Führung weiter an Bedeutung gewinnt.

Die Zukunftsfähigkeit des deutschen Mittelstands hängt nicht allein von technologischer Innovation, Investitionen und neuen Geschäftsmodellen ab. Entscheidend ist auch, ob Unternehmen rechtzeitig diejenigen Persönlichkeiten identifizieren, die bereit und in der Lage sind, künftig Verantwortung zu übernehmen.

Neumueller schloss seinen Vortrag mit einem Appell, der zugleich den Grundgedanken seiner Initiative FORUM EMINEO zusammenfasst:

„Probleme sehen. Und dann das, was wir ab heute noch besser können sollten: die Menschen sehen, die sie lösen.“